Apnoetauchen

Apnoetauchen oder auch Freitauchen ist eine ganz besondere Form des Tauchens.

Es zeichnet sich dadurch aus, dass man beim Apnoetauchen ohne Geräte abtaucht. Apnoe bedeutet auch "ohne Atem". Luftflasche, Schnorchel und Co. kommen hierbei nicht zum Einsatz. Lediglich Flossen und ein Taucheranzug oder Badeanzug/Badehose werden hierfür verwendet.

Der Taucher selbst nutzt die Luft in seinen Lungen um möglichst lange unter Wasser bleiben zu können. Den Zeitraum in dem man die Luft anhält, wird als Apnoe bezeichnet.

Eine der ältesten Taucharten

Apnoetauchen gehört zu den ältesten Taucharten überhaupt. Bereits vor vielen hundert Jahren machten sich Apnoetaucher auf die Suche nach Muscheln, Schwämme und Perlen. Sogar Fische wurden unter Wasser mit dem Speer gejagt.

Heutzutage ist es eine Freizeitbeschäftigen, die seit dem Film "Rauch der Tiefe" (in den 60 Jahren) so richtig bekannt wurde. Immer mehr Leute üben diesen Tauchsport aus und einige von ihnen nehmen sogar an regulären Wettkämpfen teil. Durch gezieltes Training kann ein Apnoetaucher enorme Strecken und Zeiten unter Wasser zurück legen.

Die Atmung ist das A und O

Atmen tuen wir von Geburt an. Dabei kontrollieren wir unsere Atmung aber nur selten. Höchstens mal, wenn wir beim Schwimmen im Freibad kurz unter Wasser wollen.

Als Apnoetaucher muss man seine Atmung jedoch kontrollieren. Mit speziellen Atemtechniken kann man das erlernen und dem natürlichen Drang nach Luft eine Zeit lang zurück halten.

Apnoe-Training

Beim Training lernt man eine bewusste Atmung und den (entspannten) Umgang mit seinem Atemreiz. Durch zusätzliches Training, wie schwimmen oder laufen, wird die Kondition gestärkt. Gleichzeitig gibt es ein Techniktraining, wie man am besten unter Wasser schwimmt.

Das fortgeschrittenen Training besteht u. a. aus der Beobachtung des Trainingspartners. Denn wie bei jedem Tauchsport ist es am schönsten, wenn man es mit mehreren ausüben kann. Durch das Beobachten erkennt man, ob und wann der Tauchpartner erste Anzeichen eines Sauerstoffmangels zeigt. Durch das vorsichtige Herantasten an seine Grenzen, findet ein Anpassungseffekt statt. Der Taucher kann sich dadurch physiologisch und mental auf die Herausforderung des anstehenden Tauchgangs besser vorbereiten.

Entspannung ist hierbei sehr wichtig. Der Tauchreflex soll sich verstärken, während der Herzschlag langsamer wird. Wer regelmäßig trainiert, kann den Sauerstoffverbrauch stark senken und so viel länger unter Wasser bleiben.

Tauchschein fürs Apnoetauchen

Tauchscheine oder Brevets sind beim Apnoetauchen noch wenig verbreitet. Die CMAS bietet aber für diese spezielle Tauchart drei Brevets an (CMAS Level 1,2 und 3). Bei PADI sind sie in den Brevets "PADI Free Diver (Level 1) und PADI Advanced Free Diver (Level 2) enthalten.
Die Organisation SSI bietet hier sogar vier Stufen an. Hierzu gehören Freediving Basic und Freediving Level 1 - 2.

Ausrüstung

Freitaucher brauchen nur wenig, um ihren Sport auszuüben. Lediglich eine Badehose und eine normale ABC-Ausrüstung werden benötigt. Fortgeschrittene Taucher nutzen spezielle Tauchanzuüge aus besonders elastischem Neopren. Oftmals wird ein sog. "offenzelliger Neopren" verwendet, der sich durch eine besere Wärmeisolation auszeichnet.

Die Taucherflossen sind bei fortgeschrittenen Apnoetaucher etwas länger, aber auch mit den normalen Flossen lassen sich beeindruckende Strecken erreichen. Auch bei den Tauchmasken gibt es unterschiede. Während in Hallen oder Pools normale Schwimmbrillen verwendet werden, nutzen  Freitaucher spezielle Masken fürs Tieftauchen. Diese besitzen ein sehr kleines Innenvolumen.

Ergänzend gibt es noch den elastischen Bleigürtel, ein Halsblei, dass beim Streckentauchen für eine neutrale Tarierung sorgt. Meistens ist dies an einer Boje befestigt, inkl. Stoppuhr und Tiefenmesser.

Weltrekorde: Beispiel von Herbert Nitsch

Am 06. Juni 2012 wagte der Apnoetaucher Herbert Nitsch einen unglaublichen Rekordversuch. Er wollte ganze 244 Meter in die Tiefe absinken und das ganz ohne Atemgerät. Nur mit eigener Lungenkraft und der richtigen Technik.  Leider missglückte dieser Versuch und der Weltrekord für Apnoe liegt bei 214 Meter.

In der Pool- & Wettkampfdisziplin (möglichst lange mit einem Atemzug unter Wasser zu bleiben) führt Anna von Bötticher und Tom Sietas die Rekordliste in Deutschland an. Anna von Bötticher blieb ganze 06:12 Minuten unter Wasser. Tom Sietas hielt es sogar 10:12 Minuten aus. Der Weltrekord der Frauen liegt aktuell bei 09:02 Minuten und bei den Männern bei 11:35 Minuten. Unglaubliche Werte, zumindest für die, die sich mit dem Freitauchen noch nicht auseinander gesetzt haben.